București, Pitești, Rumänien, Juli 2025
Posted on 17/07/2025 by ansgarbaumert
Ich hole das Motorrad aus einem Gewerbegebiet außerhalb der Stadt. Dorthin fahre ich mit dem Bus. Meine erste Etappe mit meinem kleinen, 125 Motorrad geht nach Pitești, auf dem Weg zum Transfaragan Highway.
Zum Glück gibt es einen halbwegs passenden Helm. Auf dem Weg komme ich an einem Baumarkt vorbei, wo ich für umgerechnet einen Euro ein paar einfache Baumarkthandschuhe kaufe, die zu meinen treuen Begleitern auf der Fahrt werden und meistens vor der Sonne schützen und manchmal auch vor Kälte.
Zunächst fahre ich auf die Autobahn und es ist eine Höllenfahrt: Unendlich viele Lastwagen, die etwas schneller fahren können als ich und die beim Überholen zum Teil einen so kleinen Abstand lassen, dass ich mich manchmal frage, ob sie mich überhaupt gesehen haben. Es wundert es mich, dass ich scheinbar das einzige Motorrad auf der Autobahn bin. Schließlich entscheide ich mich, auf der Landstraße weiterzufahren.
Ich werde zweimal vom Regen überrascht. Beim ersten Mal gibt es gleich rechts an der Straße einen Markt für Kartoffeln und so. Ich stelle das Motorrad bei einem jungen Bauern trocken ab. Stellt sich heraus, dass der Englisch spricht.
Dann gehe ich in das Wirtshaus nebenan und hole mir Mici (rumänische Cevabcici) und Pommes und esse die draußen unter einem Regenschirm. Als ich fertig gegessen habe, ist der Regen fast vorbei.
Später unterwegs zieht eine Gewitterwolkenwand auf, die so bedrohlich wirkt, dass ich es mit der Angst zu tun kriege. Ich sehe ein Schild, Auffahrt Autobahn und mit meinem Zielort in 20 km und fahre auf die Autobahn. Nach ein paar Kilometern fängt es an zu regnen. In der Ferne sehe ich eine Autobahnbrücke. Möglichst in der Mitte der Brücke stelle ich das Motorrad so nah wie möglich an der Fahrbahnbegrenzung ab und stelle mich mitten unter die Brücke. Dann beginnt ein Sturm, wie ich sie selten gesehen habe, der Wind ist so stark, dass der Regen waagerecht unter der Brücke durchfliegt. Der geschützteste Platz ist also außen an den Brückenpfeiler gelehnt, die beiden Taschen zwischen meinen Füßen. Der geschützte Platz ist so schmal, dass beide Schuhe im Regen sind, die Taschen aber geschützt. So stehe ich anderthalb Stunden, bis der Regen so weit nachgelassen hat, dass ich mich traue, weiterzufahren.


















Be the first to leave a comment